VOM AKTIVEN BAND-LEBEN ZUM PASSIVEN MUSIKGENUSS
Vielleicht - oder sogar sicher! - war ich kein Spitzen-Keyboarder, aber dafür immer für eine Showeinlage gut. Ob mit der (ausgeliehenen) Hammond M 100 oder mit Fliege und Hut: Ich mochte es, mit «Better», den «Surfaces», später mit «Blues Jam Imp.» oder als Sänger und Flötist - in der Zwischenzeit hatte ich leidlich Querflöte zu spielen gelernt - «im Rampenlicht» zu stehen. Und irgendwann war Schluss damit - etwas, das ich mir mit 16 noch nicht hatte vorstellen können.
Seither friste ich mein Leben weitgehend als Musikkonsument, inmitten von Tausenden von Titeln auf Schallplatten, CDs und neuerdings - legal!!! - aus dem Internet erworben. Derzeit kann ich mich hauptsächlich für portugiesische Musik begeistern. Die meistern der Künstler sind bei uns weitgehend unbekannt. Schade!
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Die ersten beiden Vertreter der portugiesischen Rockmusik, die ich wahrnahm (da ich mich in Lissabon in den empfehlenswerten Laden der FNAC begab) waren Mafalda Veiga und João Pedro Pais (Lado A Lado, zweites Bild von links) und Clã (ganz links, hier mit dem aktuellen Album Cintura vertreten). Von Mafalda Veiga kaufte ich mir sukzessive zusätzliche Alben (zum Beispiel Chão). Beim dritten Lissabon-Besuch entdeckte ich Sérgio Godinho und sein fantastisches Live-Album von 2008, «Nove e meja no maria matos», und arbeitete mich hörend anschliessend in seine musikalische Vergangenheit vor.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Wunderbar auch André Sardets «Acústico» während ich Donna Maria bei meinem zweiten Aufenthalt «mit nach Hause nahm», nachdem ich mir beim ersten Besuch einen Sampler (Grandes Baladas Portuguesas - ein guter Einstieg, wie ich fand) erstanden hatte, auf dem die Gruppe ebenfalls enthalten war. «The Gift» mit unheimlich eindringlichem, in elektronische Sphähren entführenden Sound darf man sich ebenfalls nicht entgehen lassen. Gefallen fand ich auch an Rita Guerra. Kurz: Wie stets höre ich mich quer durch die Genres hindurch.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Jorge Palma, Luis Represas und Polo Norte sollte man sich ebenfalls anhören - und natürlich, als Vertreterin des modernen Fado, Mariza! Ihr «Concerto em Lisboa» ist beim Schreiben dieser Zeilen schon bald zwei Jahre in den portugiesischen Charts! Die DVD geht wahrhaftig ans Gemüt, nicht zuletzt, da man sieht, mit wie vielen Emotionen diese hervorragende Künstlerin ihr Konzert beim Torre de Belem bestreitet. Ihre neueste CD - Terra - ist soeben von 0 auf Platz 1 der portugiesischen Hitparade durchgestartet.











