FAMILIE

Carola Walser Martin Andreas Walser

Carola und Martin Andreas Walser

Samuel Walser Benjamin Walser

Samuel und Benjamin

Catito Häxli

Unsere beiden Katzen Catito und Häxli

DER ANDERE

«Dass Sie ein Pferdenarr sind, wusste ich ja, aber dass Sie auch ein Buch über Pferde geschrieben haben, war mir neu.» Ich war weder das eine, noch hatte ich das andere.

Ersteres Klischee war lediglich in der Tatsache begründet, dass ich wenige Jahre Pressechef eines Reitsportanlasses war und in der Folge über dieses oder jenes regionale Springen schrieb, zweitere Behauptung mir schlicht unverständlich.

Die Sache klärte sich: Der gute Mann hatte im Schaufenster einer Buchhandlung «Ein fliehendes Pferd» von Martin Walser gesehen. Spätestens damals habe ich mich daran gewöhnt, «der Andere» zu sein.

Wer einen «berühmten» Namen trägt, der riskiert mitunter sogar, aus heiterem Himmel unlauterer Methoden verdächtigt zu werden: «Dass Sie für meine Zeitung schreiben, finde ich toll», steigerte sich am Telefon einst eine Leserin mir gegenüber in eine beträchtliche Erregung hinein, «dass Sie auch Romane und Theaterstücke verfassen, habe ich zur Kenntnis genommen. Dass Sie aber Ihre eigenen Theaterstücke auch gleich noch selber besprechen - das geht zu weit». - Ich hatte die Kritik zu einer Konstanzer Inszenierung von Martin Walsers «Zimmerschlacht» verfasst.

Es sei nicht verschwiegen: Die Medaille hat auch eine zweite Seite. Als Martin Walser - wie ich am Bodensee, wenn auch auf deutscher Seite lebend - den Georg-Büchner-Preis zugesprochen erhielt, haben mir einige Unbekannte telefonisch gratuliert.

Das genoss ich zugegebenermassen - nur vom Preisgeld habe ich leider nie etwas gesehen. . .

Oh ja, ich weiss, wie es ist, bloss «der Andere» zu sein.